I'm in here. Can anybody see me? Can anybody help?

 

In letzter Zeit habe ich das Gefühl, dass alles wieder schlimmer wird. Ich merke, wie mir stetig mehr die Motivation flöten geht morgens aufzustehen. Die einfachsten Dinge erscheinen mir unmöglich. Und ich weiß nicht, wie ich das irgendwem mitteilen soll. Schreiben kann ich. Das ist leicht. Über meine Probleme reden? War noch nie meine Stärke. Ich möchte die Menschen in meinem Leben nicht belasten. Nicht mit meinen unwichtigen Problemen, die ich mir meist selbst bereite. Die meisten Dinge verletzen mich. Scherze, über denen ich sonst drüber stand. Es bohrt sich alles in mein Herz und zerfrisst es von Innen heraus. Dieses Gefühl für niemanden gut genug zu sein. Das Gefühl, dass es keinen so richtig interessiert, dass ich hier langsam zerbreche.

Ich wache morgens schreiend auf, habe Nachts Alpträume. Ich hab Angst. Angst davor mein Leben zu zerstören und alle die dort drin sind. Jeden Tag. Ich fühl mich so einsam wie nie zuvor. Und egal, was ich dafür unternehmen will, dass sich etwas ändert, es wird zerschlagen. Dabei brauch ich vielleicht nur mal einen Lichtblick. Etwas, das funktioniert, so wie ich es geplant habe. Und nicht nur das Gefühl, dass ich nichts richtig machen kann. Ich muss raus aus dieser Stadt. Überall in jeder Ecke hängen Erinnerungen an die schlechtesten Zeiten meines Lebens. Meine Eltern versuchen was zu unternehmen, haben mich bei sich einquartiert um mich unter Beobachtung zu haben, damit ich keine Scheiße baue. Und um mir mit dem Kleinen zu helfen. Weil ichs nicht auf die Reihe bekomme. Wie eigentlich alles immer. Zu blöd die Schule abzuschließen. Zu blöd einen Job zu finden. Zu blöd zu verhüten und sich anschließend um das Kind zu kümmern. Zu blöd eine Beziehung zu führen. Zu blöd zum Leben, wie es scheint.

 

Ich muss was ändern. Ich weiß nur nicht wie. Ich will nicht mehr so labil sein, dass ich jedes Mal an allem kaputt gehe. Mehr und mehr. Ich will doch einfach nur normal sein. So normal, dass ich nicht immer allen auf den Geist falle, weil in meiner kleinen Welt wieder alles aus den Angeln gehoben wird. Und dann noch nicht mal mit triftigem Grund. Ich hab von klein auf alles in den Arsch gesteckt bekommen. Selbst jetzt muss ich nicht für mein Geld arbeiten, sondern bekomme es von Papa. Was für ein scheiß Leben, nicht wahr? Ich hab gar kein Recht so drauf zu sein.  Es gibt Menschen mit weitaus wichtigeren Dingen. Warum sollte ich mich also in den Vordergrund rücken? Nur weil ich nichts auf die Reihe kriege? Selber Schuld. Dann hab ich eben von klein auf das Gefühl bekommen von meiner Mutter, ich sei nichts wert und wäre nur ein Versehen gewesen. EIn Unfall, der beinah ihre Ehe zerstört hat. Dann hab ich eben den einzigen Freund, den ich damals hatte, bei einem Autounfall verloren. Dann verliere ich eben von Jahr zu Jahr mehr Familienmitglieder und Freunde an den Tod. Dann hab ich eben einen Autounfall hinter mir, der mir nicht aus dem Kopf geht. Dann hab ich eben nur Freunde, die nur daran interessiert sind, mit mir zu feiern, weil ich das wohl als einziges kann. Dann ist eben niemand da, wenns mir schlecht geht. Was solls? Muss man eben mit leben.

Ich wollte mich eigentlich auch gar nicht wieder verlieben. Ich hab mich dagegen gewehrt, habe ihm von mir abgeraten, habe ihm alles erzählt. Und dennoch wollte er mich. Ich hab gewusst, dass es irgendwann schief geht, dass ich wieder hinfalle, dass ich irgendwann alles kaputt mache. Ich wollte nicht mehr verletzt werden und ich wollte die Freundschaft nicht zerstören. Aber ich hab mich trotzdem verliebt. Und gleich am Anfang die größte Scheiße abgezogen. Irgendwas klappte nicht nach meinem Willen? Mach ich eben Schluss. Ich wollte ihm nicht damit weh tun, keinesfalls. Ich wollte mich schützen und auch ihn. Ich hab so viele in den dunkelen Abgrund gezogen. Und er hat versucht es zu verstehen, mir immer wieder verziehn. Und ist immer noch mit mir zusammen. Warum auch immer, ich versteh es nicht. Aber ich bin froh drüber. Ich liebe ihn. Allerdings komm ich mir in letzter Zeit so nervig vor und so, als würde ich alles falsch machen. Dabei will ich einfach nur wieder in seinen Armen liegen. Einfach mal die Welt da draußen ausdrehen und wenigstens für ein paar Stunden glücklich zu sein. Aber es scheint nicht so ganz hinzuhauen. Irgendwas kommt immer dazwischen. Irgendwas verwehrt mir dieses bisschen Glück, dass es klappt und ich wieder ein wenig aufschauen kann. Dass ich doch mal was richtig machen kann.

17.9.13 18:22
 


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